wobo hat geschrieben:
tuxdriver hat geschrieben:
Aber umgedreht würde es doch auch bedeuten, dass die Zustimmung der User für so ein Vorhaben überhaupt nicht mehr erforderlich ist, wenn die Nutzungsrechte an den Herausgeber abgetreten werden und der nun als Lizenzgeber auftritt? Ein Mitbestimmungsrecht aller Beteiligten wäre mir schon wichtig. Aber dann riskiert man im Ernstfall halt auch negative Erfahrungen.
Ja, schöne Theorie, nur nicht in der Praxis haltbar. Entweder hat der Autor des Artikels das Nutzungsrecht oder der jeweilige Herausgeber. Der Autor ist normalerweise ein einzelner User. Der Herausgeber ist auf jeden Fall eine einzelne Person, namlich die, die als rechtlich Verantwortlicher den Kopf hinhalten muss.
Wenn Du es als schöne Theorie auffasst, habe ich mich wohl falsch ausgedrückt.
Du musst aus rechtlicher Sicht den Kopf hinhalten, wenn Du einen rechtlich nicht einwandfreien Artikel (rechtlich zu beanstandender Inhalt, ich erspare mir hier die Auflistung, was alles darunter fällt) abdruckst, auch wenn der letztlich von einem User stammt und nicht von Dir. Genauso wie Du auf dieser Website darauf achten musst, dass sich User entsprechend geltener Regeln verhält, weil die ansonsten folgende Abmahnwelle Dich als Betreiber treffen würde und keinen anderen (aus dem Grund existieren ja wir Mods, um Dir bei dieser Aufgabe zu helfen). Und in diesen Fragen gibt es auch keinerlei Diskussion, da wird nicht passendes herausgeschnitten wie ein Krebsgeschwür, um weiteren Schaden von Dir als Betreiber abzuwenden. So weit so gut.
Aber das hat alles recht wenig mit dem Thema zu tun, worum es hier geht: Um das weitere Nutzungsrecht eines rechtlich einwandfreien Artikels, der von einem Autor explizit für das MagDriva geschrieben und auch darin veröffentlicht wurde.
Ich sehe das Nutzungsrecht bevorzugt beim Autor, denn er ist der Urheber des Textes oder mit anderen Worten, der "geistige Eigentümer". Er stellt Dir als Herausgeber des Magazins diesen Artikel zwecks Veröffentlichung zur Verfügung und akzeptiert damit auch gewisse Regeln: Beispielsweise, dass Du Dir vorbehältst, den Artikel in späteren Ausgaben oder auch gar nicht zu veröffentlichen usw. Was ich halt weniger sehe, ist, dass er sich vollkommen von allen weiteren Nutzungsrechten verabschiedet. Warum sollte er zum Beispiel nicht auch seinen Artikel an anderer Stelle veröffentlichen können, ohne da vorher Rücksprache mit dem Herausgeber zu halten? Warum sollte er andererseits unbedingt einer weiteren Verwendung seines Artikels - außerhalb des Magazins - automatisch zustimmen müssen, nur weil der Herausgeber das möchte? Ohne die Ideen des Autors würde es erst gar keinen Artikel geben, der sich herausgeben lassen würde. Ich gehe allerdings in unserem speziellen Fall davon aus, dass sich - trotz meiner Präferenz des Autors über den Herausgeber in dieser Frage - Kompromisse im gemeinsamen Dialog finden lassen. Deshalb würde ich voraussetzen, dass es in einem theoretischen Fall wie dem von Dir geschilderten (gewisse Artikel sollen in einem kommerziellen Produkt erscheinen) zu einer vernünftigen Diskussion und einer gemeinsamen Entscheidungsfindung kommt. Abgänge in Unfrieden mit gleichzeitiger Auswirkung auf das Magazin waren hier bislang die absolute Ausnahme. Ich sehe das also keinesweges als Theorie und hoffe, es mit diesen Worten auch verständlicher herübergebracht zu haben.
wobo hat geschrieben:
Und jetzt solltest Du mal darüber nachdenken, wo das Risiko der negativen Erfahrung größer ist.
Wenn Du voraussetzt, dass die Wahrscheinlichkeit einer negativen Handlungsweise beim Herausgeber ebenso hoch ist wie bei einem Autor, der unfreundlich aus unserem Projekt ausgeschieden ist, dann hast Du natürlich recht mit Deinen Bedenken. Nur, wie gesagt, nutzt Dir das absolut nichts, da in dieser Thematik eben keine Mitsprache Dritter erforderlich ist.
Das hat überhaupt nichts mit Vertrauen in Deine Person (alias Herausgeber) zu tun, ich habe Dir auch schon bei der Kostenplanungsdebatte für Linuxtag und Co. versichert, dass dieses Vertrauen gegeben ist und nicht im geringsten zur Debatte steht. Ich bin nur der Meinung, dass der geistige Eigentümer nicht automatisch mit Abgabe seines Artikels völlig entmündigt werden kann, was die weitere Verwendung seines Artikels betrifft. Und mal abgesehen davon: Wie wahrscheinlich ist es, dass wir (oder Du oder wer auch immer) in nächster Zeit Artikel des MagDriva für andere - noch dazu kommerzielle - Zwecke verwenden möchte? Und wie wahrscheinlich ist es, dass jemand aus der bisherigen Autorenriege - fast durchweg Leute, mit denen man hier über alles reden kann - hier einen unrühmlichen Abgang hinlegt und Dir glattweg alles weitere verbietet? Ich sage: Diese negativen Ausnahmen sind genauso selten bzw. wenig wahrscheinlich wie das Auftauchen eines Planes, die MagDriva-Artikel für andere (noch dazu kommerzielle Zwecke) zu verwenden. Und wenn es mal so weit sein sollte, dann lasst uns das tun, was wir immer tun: Drüber reden!
Von mir aus kannst Du auch die von Dir vorgeschlagene Änderung haben, wenn Du das indirekt auch mit einer Vertrauensfrage gegenüber dem Herausgeber verbindest. Aber besser fände ich persönlich die Kommunikation miteinander.wobo hat geschrieben:
Bei diesem Anlass mal etwas Grundsätzliches zur Demokratie und Mitspracherecht bei MandrivaUser.de:
Karsten, ich weiß, dass Du sehr auf die Mitsprache der User bedacht bist, das ist selbstverständlich auch in Ordnung, soweit es keine rechtlich relevanten Sachen betrifft.
Ich habe auch nie angedeutet, dass in den Fragen, die der Gesetzgeber mit Dir persönlich als Betreiber dieser Seite regelt, ein Dritter Mitspracherecht haben soll. Sowas zu fordern wäre nicht demokratisch, sondern idiotisch. Die Verwertung von Artikeln aus dem MagDriva für andere Zwecke (eventuell sogar kommerzielle) fällt meiner Meinung nach aber nicht gänzlich in dieses Gebiet. Das MagDriva setzt sich aus Artikeln unserer User zusammen, die wiederum diese Artikel für das MagDriva geschrieben haben.
wobo hat geschrieben:
Glaub mir, ich habe hier schon so manche Kröte geschluckt, wenn die allgemeine Meinung eine andere als meine eigene war (was aber glücklicherweise selten jemand bemerkt hat

)
Doch, das habe ich jedenfalls schon häufiger bemerkt und die anderen Mods und Helfer, die schon länger mit Dir zu tun haben, können es sicherlich auch zwischen den Zeilen lesen. Aber so ist das nunmal, mal gewinnst Du, mal verlierst Du. Ich habe mit meinen Anliegen in Abstimmungen auch schon Schlappen erlebt, so läuft das unsichere Spiel namens Demokratie eben. Natürlich könntest Du als Betreiber dieser Seite jederzeit die Regeln ändern und verkünden, dass Du von fortan alles alleine entscheidest und keine Diskussionen bzw. Abstimmungen mehr wünschst. Dann wären IMHO die Tage des Erfolges von Mandrivauser.de aber auch gezählt, denn hier hat sich ein Völkchen versammelt, das außerordentlich gerne "Demokratie" spielt

wobo hat geschrieben:
Allerdings ist dieses Projekt hier kein Verein, in dem Verantwortlichkeiten verteilt sind, in dem es Statuten gibt und Abstimmungen und jedes Vereinsmitglied ein schriftlich fixiertes Stimmrecht hat. Das hier (die Website, das Forum und auch das Magazin) ist rechtlich gesehen ein Privatvergnügen meinerseits, bei dem im Streitfall kein Richter danach fragen wird, was denn die Gemeinschaft der User zu diesem oder jenem Punkt gemeint hat. Das bedeutet, dass ich zwar auch in rechtlich relevanten Fragen die Meinung und den Rat aller Beteiligten suche, sie aber eben nur als beratende, nie als entscheidende Stimme verstehen kann.
wobo
Alles richtig, aber jetzt sind wir wieder auf dem Acker mit dem Schild "Staat gegen wobo als rechtlich Verantwortlichen". Nochmals, in diesen Fragen verlangt keiner Demokratie. Aber was hat Deine rechtliche Verantwortlichkeit mit dem Freibrief zu tun, alleine darüber entscheiden zu dürfen, wie Artikel unserer Autoren (die ursprünglich für das MagDriva geschrieben wurden) noch anderweitig verwendet werden können? In diesem Fall reden wir doch vom geistigen Eigentum des Autoren. Wenn ich z.B. einen Artikel für das Magazin schreibe und irgendwann käme es wirklich so weit, dass dieses Teil Bestandteil irgendeines kommerziellen Produkts werden soll, dann gehe ich doch selbstverständlich davon aus, dass ich gefragt werde, ob ich damit einverstanden bin?
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