Vielleicht sollte man den neuen brasilianischen Entwicklern eine Chance geben ...
Ich verfolge seit kurzem die brasilianische Community, wo natürlich auch über einen möglichen Fork diskutiert wird. Dort ist man zurückhaltender und freut sich teilweise auch darüber, daß man in Zukunft "direkt an der Quelle" sitzt. Es überwiegt die Sorge, ob die Distribution überhaupt überlebt.
http://www.mandrivabrasil.org/site/foru ... 8#msg73968bedi hat geschrieben:
Nur mit der Ruhe! Wenn die Desktop-Entwicklung hierher nach Brasilien kommt, werdet Ihr das beste Release aller Zeiten bekommen. Aus meiner Sicht müßte man am Anfang die Distro abspecken und das Design modernisieren. Klar ist, daß viele Neue hier in Curitiba eingestellt werden müssen, sonst geht nichts. Im Moment decken wir nur Kernel, OpenOffice, Xorg, QA hier ab. Es fehlt jemand der KDE übernimmt. Wer bleibt, hat das gemacht, weil er sich hier gut fühlt, wer neu kommt, braucht nicht alles zu wissen, er muß nur lernen wollen.
Warten wir auf den Russen, aber ich kann schon mal vorwegschicken, daß das interne Treffen mit ihm eins der besten war, wenn nicht das beste, was wir je hier gehabt haben. Der Kerl ist gut, weniger im Marketing und eher Techniker/Realist.
Der User Bedi arbeitet bei Mandriva, was soll er sonst sagen. Ich bin da etwas skeptischer. Der Name Mandriva ist wahrscheinlich auch in Brasilien als Arbeitgeber und als Softwarelieferant verbrannt. Das Land boomt, gute Leute haben wie überall Jobs und müssen aktiv abgeworben werden. Die Qualität wird mit Anfängern sinken, die Reaktionszeiten werden länger. Das ist nichts neues und kein Unterschied zur jetzigen Situation. Wer einmal in einer insolventen oder beinahe insolventen Firma gearbeitet hat, weiß, daß maximal mit 25% der Arbeitskraft gearbeitet wird, und wenn es dann doch weitergeht, dauert es mindestens ein halbes Jahr, bis wieder Normalität erreicht ist.
Zum Geschäftsmodell: Mandriva ist im Firmengeschäft vollkommen unbedeutend, obwohl es ja das Stammland von Conectiva ist. Marktführer sind Red Hat und Novell, Canonical drängt mit Macht auf den Markt und will endlich Geld verdienen. Die waren massiv auf der LinuxCon São Paulo 2010 vertreten, Mandriva war vollkommen abwesend. Von Frankreich nach Brasilien zu verlagern macht Sinn, denn das Gehaltsniveau ist in Curitiba nun mal niedriger als in Paris und Südbrasilien hat eine Menge Linux-Tradition. Man hätte diesen Schritt nur viel früher machen müssen.
Viele Grüße
Bequimão
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Asus K50IJ,
Mandriva 2010.2, aptosid und
Epidemic GNU/LinuxBequimão (gesprochen: Be-ki-mãu) ist Manuel Beckmann, brasilianischer Revolutionär in Maranhão (?? - 1685).